Interview Hagen Graventein

  • Was machst Du & wer bist Du?
    • Ich bin HG aus Leer(Ostfriesland) und bin Mitgründer von Sativa Savants. Dort arbeite ich als Consultant rund um das Thema Cannabis.
  • Erzähl uns doch mal wie Du zum Thema Cannabis gekommen bist!
    • Ich habe physische Geographie in Marburg studiert und bin mehr durch Zufall auf die Branche gestoßen. Nach dem Studium war es für mich mit meinem doch recht speziellen Abschluss schwierig einen Job zu finden und so  habe ich angefangen neben der Jobsuche mit Freunden zusammen Festivals zu veranstalten. Dort ist Cannabis quasi allgegenwärtig (so wie auch in meiner Geburtsstadt direkt an der holländischen Grenze). Durch viele Gespräche hat sich ein persönliches Interesse an verschiedenen Themen rund um Cannabis entwickelt. Im selben Zuge wurden dann im März 2017 Cannabis als Medizin zugelassen und so habe ich zusammen mit einigen Freunden und Bekannten einen Antrag auf den Anbau von medizinischem Cannabis gestellt. Wir sind im Auswahlprozess auch recht weit gekommen und sind später an bürokratischen Hürden gescheitert. Direkt danach wurde die Ausschreibung abgebrochen und direkt (unter leicht abgeänderten Voraussetzungen) neu gestartet. Doch anstatt der Thematik den Rücken zu kehren haben wir nicht aufgehört uns mit dem Thema zu beschäftigen. So ist ein Round Table für Patienten in Berlin entstanden und auch andere Projekte. Eins davon ist dieses hier: Sativa Savants.
  • Wie siehst Du Deine Situation in Bezug zur aktuelle politischen Entwicklung? // persönlicher Bezug
    • Ich würde mich über eine Legalisierung sehr freuen, denn dies würde mir ermöglichen noch weitere Gründungen in dem Bereich zu machen, dies ist doch aufgrund der aktuellen Lage leider nicht möglich. Gerade die Vergabe von Anbaulizenzen – wo wir ja auch in der ersten Ausschreibung dabei waren – wird immer mehr zum Politikum, gerade deswegen ist unsere Arbeit mit Sativa Savants so wichtig. Denn im besten Falls trägt das Projekt zur Aufklärung der Menschen bei, denn leider sind nach wie vor viele Vorurteile in dem Bereich an der Tagesordnung.
  • Wie schätzt Du die aktuelle politische Lage ein?
    • Irgendwo zwischen spannend und schwierig. Einerseits geht es vorwärts mit der Legalisierung von Cannabis als Medizin, andererseits stockt die Vergabe von Lizenzen. Auch die Mengen die hergestellt werden sollen erinnern mehr an einen schlecht geplanten Schildbürgerstreich als an deutsche Gründlichkeit. Denn entweder werden absichtlich Steine in den Weg gelegt oder es herrscht erschreckende Ahnungslosigkeit. Vor allem in Hinblick auf das Patientenwohl ist es unverantwortlich so zu Handeln wie es die Bundesregierung bzw die jeweiligen Verantwortlichen es aktuell tun.
  • Welche Fehler hast Du in der Vergangenheit gemacht?
    • Ich habe mich wohl mit zu wenig Nachdruck bestimmten Themen gewidmet, bzw habe nicht erkannt welche Projekte aktuell Sinn machen. Leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich muss(te) viel Zeit in Erwerbsarbeit stecken um meine Lebensunterhalt zahlen zu können, dies verringert natürlich die Zeit die man dann in solch neuen Projekte stecken kann.
  • Was würdest Du ändern wenn Du es könntest? //Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft
    • Ich würde definitiv eine Legalisierung unter ganz bestimmten Aspekten realisieren wollen. Es gibt so viel mehr Vor- als Nachteile durch eine Legalisierung. Denn wie hat es Georg Wurth vom DHV so schön gesagt: “Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung”. Außerdem würde ich mich mehr meinem persönlichen Faible widmen: Die Herstellung von Extrakten und die weitergabe von Wissen für den sinnvollen Einsatz von Cannabis.
  • Für welches Problem hättest Du eine gute Lösung?
    • Spannende Frage. Da ich beruflich Probleme löse gäbe es da mehrere Ansätze, aber um beim Thema zu bleiben: Legalisierung von Cannabis in Deutschland.
  • Was ist Deine Botschaft für andere Betroffene/Patienten/Menschen?
    • Gib nicht auf. Niemals.